23.08.2017


CROSBY STILLS & NASH - Daylight Again (Atlantic Records SD 19360, 1982)

Crosby, Stills, Nash & Young waren eine sogenannte 'Supergroup', deren Mitglieder bereits in anderen Bands erfolgreich gewesen waren. David Crosby (The Byrds), Graham Nash (The Hollies) und Stephen Stills (Buffalo Springfield) gründeten Crosby Stills & Nash im Jahre 1968, nachdem sie im Haus von Mama Cass Elliot (The Mamas And The Papas) spontan zusammen gesungen hatten. Die drei beschlossen, ihre Nachnamen als Bandnamen zu wählen, weil sie von Anfang an Wert auf künstlerische Autonomie legten. Das erste Album der Gruppe, "Crosby, Stills & Nash", erschien 1969 und war ein durchschlagender Erfolg. Es erreichte Platz 6 der amerikanischen LP-Charts und traf mit Songs wie "Wooden Ships" das Lebensgefühl vieler Amerikaner zur Zeit des Vietnamkriegs. Für dieses Album wurden Crosby, Stills & Nash 1970 mit einem Grammy als beste neue Künstler ausgezeichnet. Da Stephen Stills fast alle Instrumente selbst eingespielt hatte, brauchten Crosby Stills & Nash weiteres Personal für ihre Live-Auftritte.

Sie fanden dieses zusätzliche Personal in dem Schlagzeuger Dallas Taylor, welcher zuvor bei der psychedelischen Folkband Clear Light tätig war und der bereits auf dem Debütalbum mitgespielt hatte, und dem Bassisten Greg Reeves, der als Sessionmusiker für das renommierte Soul-Plattenlabel Motown Records aktiv war. Als ständiges viertes Mitglied kam schliesslich auch Neil Young, der zuvor zusammen mit Stephen Stills bei Buffalo Springfield gespielt hatte, hinzu, um am bereits geplanten zweiten Album mitzuarbeiten. Der zweite Liveauftritt der nun komplettierten Formation fand beim legendären Woodstock-Festival statt. Die Bandmitglieder waren dementsprechend nervös und spielten zwei Sets. Den Anfang machte "Suite: Judy Blue Eyes", eine Suite von acht Minuten, die vom Ende der Liebesbeziehung zwischen Stephen Stills und Judy Collins handelte. Ausserdem spielten sie die Stücke "4 + 20", "Marrakesh Express", "Blackbird", "Long Time Gone", "Find The Cost Of Freedom" und "Wooden Ships". "4 + 20" erschien allerdings erst 1970 auf ihrem Album "Déjà Vu", das ein grosser Erfolg wurde. Es war das erste von drei aufeinanderfolgenden Alben, die den ersten Platz der Charts erreichten und die Gruppe als eine der weltweit führenden Rockbands etablierten. Vor allem der drei- und vierstimmige Satzgesang, die herausragenden Songwriter-Qualitäten aller vier Mitglieder sowie die beiden überragenden Leadgitarristen Stephen Stills und Neil Young trugen wesentlich zum Erfolg der Band bei.

Charakteristisch für die Band war das filigrane Gitarrenspiel voller überraschender Breaks und gekonnter Tempowechsel, bei kraftvollen Rhythmen. Zudem verfeinerten Crosby Stills Nash & Young zunehmend ihre an die Everly Brothers angelehnte Vokaltechnik mit Chorus-Variationen und durchaus komplizierten Zwischenstrophen, die bei den Vorgängerbands von Nash (The Hollies), sowie Stills und Young (Buffalo Springfield) bereits aufgekeimt waren. In eklektizistischer Manier bauten sie raffinierte Songkaskaden auf und liessen dabei folkloristische Elemente der Byrds (die Vorgängerband von Crosby) einfliessen. Die Songtexte waren häufig aus dem persönlichen Leben gegriffen und behandelten Themen wie eine Widmung an Joni Mitchell (in "Lady Of The Island") oder behandelten den Tod der Freundin bei einem Autounfall ("Guinnevere"); oder die Songtexte politisierten, wie etwa in "Chicago", "Ohio", "Long Time Gone": Titel, die sich jedoch meist in melancholischem Protest erschöpften. Oft wurden Crosby Stills Nash & Young als eine durch Countryklänge amerikanisierte Version der Beatles betrachtet, genossen gleichwohl durch den Zuspruch der Fans und die Zahl ihrer Nachahmer einen vergleichbaren Stellenwert.

Nach einer Sommertournee im Jahre 1971 trennten sich die vier Musiker nach persönlichen Querelen, obwohl sie den Gipfel ihres Erfolges noch nicht erreicht hatten. Gleichwohl kam es nie zu einer formellen Auflösung des Quartetts. Das kurz darauf veröffentlichte Live-Doppelalbum "4 Way Street" erreichte wiederum Platz 1. In der Folge von "Déjà Vu" und "4 Way Street" konzentrierten sich alle vier Mitglieder auf Solo-Projekte: Am erfolgreichsten war Stephen Stills, der mit seinem gleichnamigen Debütalbum im Jahre 1970 Platz 3 der Charts erreichte. Neil Young belegte mit "After The Gold Rush", seinem bereits dritten Solowerk, Platz 8. Die Debütalben von Graham Nash ("Songs For Beginners", Platz 15) und David Crosby ("If I Could Only Remember My Name", Platz 12) schnitten demgegenüber etwas schlechter ab, beide hatten aber ab 1972 als Duo Crosby & Nash grossen Erfolg.

1974 kam die Band für eine internationale Stadion-Tournee erneut zusammen und plante, ein neues Album herauszubringen. Als dies erneut an persönlichen Differenzen scheiterte, brachte die Plattenfirma Atlantic Records die Platte "So Far" heraus, um von der Popularität der Band weiterhin profitieren zu können. Dass es sich bei "So Far" lediglich um eine Kompilation bereits veröffentlichter Titel ohne neues Material handelte, tat dem Erfolg keinen Abbruch: Auch dieses Album erreichte Platz 1 der Charts. Auch die Tournee war in kommerzieller Hinsicht ein phänomenaler Erfolg geworden, in deren Zuge erneut Soloalben von Stills und Young, sowie zwei neue Crosby & Nash-Werke erschienen. 1976 scheiterte der dritte Anlauf zu einem neuen gemeinsamen Album: Stills hatte Young für die Arbeit an einer Solo-LP gewinnen können, wobei Young vorschlug, auch Crosby und Nash mit an Bord zu holen. Einige Songs waren bereits eingespielt, als Crosby und Nash vertraglichen Verpflichtungen als Duo nachkommen mussten. Stills und Young löschten kurzerhand alle Vokalpartien von Crosby und Nash und brachten das Album "Long May You Run" unter dem Namen The Stills-Young Band heraus.

Trotz dieses Affronts taten sich Crosby und Nash 1977 erneut mit Stills zusammen und brachten - ohne Young, der sich mit Stills auf der 'Long May You Run'-Tournee wieder einmal zerstritten hatte - das Album "CSN" heraus. "CSN" erreichte Platz 2 der US-Charts und beehrte die Band mit ihrem ersten Top 10-Hit: "Just A Song Before I Go", geschrieben von Graham Nash, erreichte Platz 7 der Billboard Hot 100-Charts und wurde der bis heute grösste Single-Hit der Gruppe. Das Album bekam durchaus auch Spott ab. Weil die drei Musiker es mit dem Harmoniegesang in dieser Zeit deutlich übertrieben, sahen sich die Musikkritiker zur Warnung aufgerufen, das Album könne bei so viel unfreiwilliger Selbstparodie durchaus Diabetes auslösen. 1982 folgte das Album "Daylight Again", das immerhin Platz 8 der Charts erreichte und mit "Wasted On The Way" (Platz 9) sowie "Southern Cross" (Platz 18) zwei weitere erfolgreiche Singles beinhaltete.

Stephen Stills und Graham Nash begannen mit der Arbeit am Album "Daylight Again" im Frühjahr 1980. Ursprünglich sollte es ein Stills and Nash-Projekt werden. Für den mit massiven Drogenproblemen kämpfenden und daher kaum noch arbeitsfähigen David Crosby hatten sie als Sänger Art Garfunkel und Timothy B. Schmit vorgesehen. Die Plattenfirma Atlantic Records hatte jedoch nur Interesse daran, ein Crosby, Stills & Nash-Album herauszubringen und so baten sie 1982 David Crosby ins Studio. Crosbys Mitwirkung auf dem Album war durch seine Drogenprobleme sowie auch die damit verbundenen stimmlichen Schwächen sehr limitiert: Nur ein einziger Song, das allerdings wundervolle "Delta", stammte aus seiner Feder. Ein weiteres Stück, "Might As Well Have A Good Time", hatte er als Leadsänger eingespielt, auf allen anderen sangen Stills und Nash allein oder mit Timothy B. Schmit. Art Garfunkel half beim Titelstück "Daylight Again".

Das Album "Daylight Again" erschien schliesslich im Juni 1982 in den USA und kletterte in den Albumcharts bis auf den 8. Platz. Drei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. Am erfolgreichsten war letztlich "Wasted On The Way", geschrieben von Graham Nash, das bis auf den 9. Platz der Singlecharts kletterte. Danach erschien Stephen Stills' Komposition "Southern Cross" als nächste Singleauskopplung, das bis auf Platz 18 kam. Erstmals veröffentlichte die Band auch Musikvideos. Beim Sender MTV liefen 1982 und 1983 die Videos zu den Singles "Wasted On The Way" und "Southern Cross". Beide Songs gehören heute zu Crosby Stills & Nash-Klassikern, wurden auf diversen Kompilationen veröffentlicht (zuletzt 2005 auf dem Album "Greatest Hits") und wurden immer wieder bei Konzerten gespielt. Dem Album folgte eine Tournee, die durch Crosbys schwankenden Gesundheitszustand teilweise unterbrochen werden musste. Als Konzertdokumente dieser Tournee erschienen 2007 das Album "Live In L.A." und die DVD "Daylight Again". Einige Live-Aufnahmen waren bereits 1983 auf "Allies" veröffentlicht worden. 1991 veröffentlichte die Band auf der 4 CDs umfassenden Box "Crosby Stills & Nash" eine Coverversion des Traffic-Klassikers "Dear Mr. Fantasy". Stills und Nash hatten das von Steve Winwood geschriebene Stück 1980 im Zuge der Arbeit an "Daylight Again" aufgenommen.

Erst 1988 spielte die Gruppe wieder ein Album mit Neil Young ein: "American Dream"; Young hatte versprochen, an einem Album mitzuarbeiten, falls Crosby seine Drogenprobleme in den Griff bekäme. Die Platte erreichte Platz 16 der LP-Charts und war nach den längeren Durststrecken aller vier Mitglieder in den 80er Jahren wieder ein Erfolg. Es folgten 1990 "Live It Up" und 1994 "After The Storm", die bei weitem nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnten. Mit Young entstand 1999 das Album "Looking Forward", das zwar in den USA nicht über Platz 26 hinauskam, aber in Deutschland (Platz 10) ein grosser Erfolg wurde. Als die vier erneut vereinten Musiker daraufhin die 'CSNY2K'-Tour starteten, war dies ihre erste gemeinsame Tour seit 26 Jahren. 2004 erschienen ein neues Doppelalbum von Crosby & Nash sowie ein Konzert von 1982 auf DVD. "Looking Forward" wurde das letzte Studioalbum der Band. 1997 erfolgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Seit 2010 waren alle vier Mitglieder zweimal in die Hall of Fame aufgenommen worden (Stills noch mit Buffalo Springfield 1997, Crosby mit den Byrds 1991, Nash mit den Hollies 2010, Young als Solokünstler 1995 und mit Buffalo Springfield 1997), allerdings nicht mit Crosby Stills & Nash. Mit der Gründung der 'Vocal Group Hall of Fame' im Jahre 1998 wurden Crosby Stills & Nash auch in diese aufgenommen. Alle vier sind auch Mitglieder der 'Songwriters Hall of Fame'.

Die Musiker waren immer auch für ihre politischen Songs wie zum Beispiel "Wooden Ships", "Ohio", "Find The Cost Of Freedom", "War Games" und ihren Protest gegen den Vietnamkrieg bekannt, was wesentlich zu ihrer Popularität in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren beitrug. 1989 flogen Crosby, Stills und Nash anlässlich des Mauerfalls spontan nach Berlin, wo sie am 20. November am Brandenburger Tor ein Konzert gaben. 2006 gingen sie auf 'Freedom of Speech'-Tour, um gegen den Irakkrieg zu protestieren. Die anlässlich der anstehenden Kongresswahlen stattfindende Tournee wurde von heftigen Protesten begleitet. In dieser 'Freedom of Speech'-Konzertreihe sang die Band unter anderem Songs von Neil Youngs kriegskritischem Album "Living with War" als Protest gegen die Bush-Regierung und den Irak-Krieg der USA. Weite Teile der Show stand ein schief liegendes Peace-Zeichen auf der Bühnenleinwand, am Schluss des Auftritts zeigte die Band Fotos von mehreren Tausend gefallenen US-Soldaten. Nicht zufällig benannte Neil Young seinen Dokumentarfilm über die Tour und das dazugehörige Live-Album (2008) nach einem ihrer frühen Hits: "Déjà Vu". Es sollte das letzte Crosby Stills Nash & Young-Album mit aktuellem Material bleiben. Crosby Stills & Nash veröffentlichten als Trio anschliessend noch eine Platte mit Demo-Aufnahmen (2009) sowie ein Konzert von 2012. Die finale Veröffentlichung der Band bildete das von der Kritik hoch gelobte Box Set "CSNY 1974" mit Aufnahmen von der berühmten Stadion-Tournee von 1974.

Crosby Stills Nash & Young traten nach 2006 nur noch gelegentlich zu viert auf, zuletzt im Oktober 2013 beim Bridge School Benefit Concert, das jährlich von Neil Young und seiner damaligen Frau Pegi veranstaltet wird. Das Ende der Band kam dennoch überraschend – und auf Raten. Nach abfälligen Bemerkungen von David Crosby über die neue Freundin Neil Youngs, Daryl Hannah, verkündete Young bei einem Solokonzert im Oktober 2014, dass er nie wieder mit den anderen drei Musikern zusammenarbeiten werde. Crosby entschuldigte sich später für seine Bemerkungen. Als Trio gingen Crosby Stills & Nash noch gemeinsam auf Tour, zuletzt spielten sie im Dezember 2015 bei einem nationalen Grossereignis: Dem Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung des National Christmas Tree durch US-Präsident Barack Obama. Im März 2016 verkündete allerdings Graham Nash das definitive Ende der Band. Auch er führte seine deutlich verschlechterte Beziehung zu David Crosby als Grund an. Stephen Stills hatte sich in dieser Angelegenheit nicht zu Wort gemeldet, war aber im Mai 2016 wie schon im Jahr zuvor zusammen mit Neil Young beim 'Light Up The Blues Concert', einer Benefiz-Veranstaltung, die Stills und seine Frau Kristen jährlich zugunsten autistischer Kinder organisieren, aufgetreten und dankte in den Liner Notes seines ebenfalls im Mai 2016 erschienenen Albums "Pierced Arrow" (zusammen mit Kenny Wayne Shepherd und Barry Goldberg) Graham Nash und Neil Young, nicht aber David Crosby.






22.08.2017


GRAND FUNK - Shinin' On (Capitol Records SWAE-11278, 1974)

Grand Funk Railroad zählten in den frühen 70er Jahren zu den erfolgreichsten Rockbands in den USA. Künstlerisch umstritten, von Zeitgenossen oft wegen eines wenig innovativen, um Effekte bemühten Stils kritisiert, genoss die Band in ihren ersten Jahren dennoch grosses Ansehen bei Musikkonsumenten und übertraf bei einem Konzert am 9. Juli 1971 im New Yorker Shea Stadium den sechs Jahre zuvor aufgestellten Einnahmerekord der Beatles. Die Gründungsmitglieder von Grand Funk Railroad waren der Sänger und Gitarrist Mark Farner und der Schlagzeuger Don Brewer aus Flint, Michigan sowie der Bassist Mel Schacher aus Owosso, ebenfalls im Bundesstaat Michigan. Die drei Musiker kannten sich seit ihren Teenagerjahren. Ihr Einstieg ins Musikgeschäft erfolgte, nachdem Don Brewer den Sänger der Band The Pack kennengelernt hatte, Terry Knight, der ab 1969 das Management von Grand Funk Railroad übernahm. Terry Knight stammte ebenfalls aus Flint und war ein populärer Discjockey einer Radiostation in Detroit. Nachdem er im Alter von 20 Jahren von seinem Sender wegen seiner aufbrausenden Persönlichkeit entlassen wurde, trat er The Pack als Leadsänger bei. Die Band nannte sich später denn auch Terry Knight And The Pack. Don Brewer und Mark Farner schlossen sich ebenfalls The Pack an. Sie brachten es zu einer Reihe lokaler Hits, bis Knights schwieriger Charakter die Band auseinanderfallen liess.

Don Brewer und Mark Farner beschlossen deshalb im Jahre 1968, eine eigene Band zu gründen. Wenig später trat Mel Schacher der Gruppe bei. Brewer verpflichtete Terry Knight, das zunächst noch namenlose Trio zu beraten. Der Anfang 1969 eingeführte Bandname bezog sich auf eine Eisenbahnlinie, die durch Brewers und Farners Heimatstadt Flint verlief. Knight übernahm das Management unter der Bedingung, in allen wichtigen Belangen freie Hand zu haben. Bereits im Frühjahr 1969 organisierte er den ersten Auftritt der Band in Buffalo (New York). In der Folgezeit prägte er alleinverantwortlich und konsequent den Stil der Gruppe und beherrschte deren Entwicklung als Pressesprecher, Verleger, Produzent und Verantwortlicher für die aussergewöhnliche Aufmachung der Band.

Ihren endgültigen Durchbruch erlebten Grand Funk Railroad auf dem Atlanta Pop Festival am 4. Juli 1969, wo sie ohne Gage spielten. Ermutigt durch das grosse Faninteresse, sprach Knight anschliessend bei Plattenfirmen vor und erreichte, dass Capitol Records die Gruppe unter Vertrag nahm. Ihr erstes Album "On Time" wurde zum musikalischen Muster für alle nachfolgenden Werke. Als unmelodisch und zu laut wurde die Musik der Band von vielen Rezensenten geschmäht. Rod Stewart bezeichnete sie einmal als 'the all-time loud white noise' (deutsch: permanentes weisses Rauschen). Trotz der teils massiven Kritik vieler britischer und amerikanischer Rezensenten und Musikzeitschriften spielten Grand Funk Railroad eine Serie von mit goldenen Schallplatten ausgezeichneten Alben ein und traten erfolgreich in den USA und Europa auf.

Der Begriff Heavy Rock war indes äusserst irreführend, da man Parallelen zu der grossen Stilrichtung Heavy Metal vermuten könnte, die bei Grand Funk Railroad jedoch gar nicht existierten. Mit der Stilrichtung Heavy Metal, die erst später entstand, hatte die Band allenfalls die Härte und die Lautstärke gemeinsam. Diese Härte beruhte aber nicht, wie zumeist im Heavy Metal, auf brachialen und aggressiven Riffs und auf einer forcierten Geschwindigkeit, sondern auf dem Groove. Dabei waren das unverwechselbare Markenzeichen der ersten Schaffensphase bis etwa 1972 die Riffs einer Gitarre, die auf dichten, warmen Klang getrimmt war und der ungewöhnlich dominante Part einer ebenfalls warmen und hohen Bassgitarre, der eine äusserst eigenständige und tragende Rolle zuteil wurde. Abgerundet wurde das Ganze durch ein knallhartes und gewaltiges Schlagzeug. Falls man unbedingt den schwierigen Versuch unternehmen mochte, den eigentlich unverwechselbaren Stil der Band zu kategorisieren, kam man diesem noch am nächsten mit einer Mischung aus Hard Rock, Blues, Boogie und einem Schuss Funk und Soul. Die Band schuf auch einige ruhigere Songs, bei denen die warme und klare Stimme von Mark Farner besonders ausgeprägt zur Geltung kam. Das Prägnanteste blieb in dieser Phase aber stets der harte Groove. Das Musikmagazin Rolling Stone bezeichnete die Gruppe als amerikanische Version der Nürnberger Reichsparteitage.

Grand Funk Railroad erreichten die Spitze der US-Albumcharts und wurden ein Jahr nach der Gründung 1969 erstmals mit Gold ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erschienen die ersten Singlehits "Timemachine" und "Mr. Limousinedriver". 1970 verzeichnete die erstaunte Presse sensationelle Verkäufe. Drei Alben erschienen in relativ kruzer Abfolge: "Grand Funk", "Closer To Home" und ein inzwischen zu den besten Live-Werken einer Rockband zählende Doppelalbum "Live Album". Mehrere aufeinander folgende Singlehits machten die Band zum lukrativen Act. Fünf Millionen Dollar Umsatz wurden alleine in diesem einen Jahr verzeichnet. Als 1971 jedes Grand Funk Album garantiert nach Fertigstellung Erfolg und Ruhm brachte, machte Knight die Band mit seinem Verkaufstalent zur absoluten Attraktion in den USA, unter anderem durch zwei ausverkaufte Konzerte im New Yorker Shea Stadium. Die Karten wurden schneller verkauft als bei den Beatles-Konzerten. Während viele Länder dem Grand Funk Fieber verfielen, blieb man in Grossbritannien dem importierten Hard Rock gegenüber jedoch reserviert eingestellt und setzte lieber auf heimische Bands wie Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple.

Nach drei Jahren und dem Erscheinen des Albums "E Pluribus Funk" trennten sich Grand Funk Railroad von ihrem Manager Terry Knight. Dieser verklagte sie wegen Vertragsbruch. Höhepunkt des Streits war die Einziehung der Instrumente bei einem Auftritt, was zu einem Aufstand geführt hätte und im letzten Moment abgewendet werden konnte. Der Rechtsstreit um die 55 Millionen Dollar-Klage ging nach jahrelangen Prozessen mit einem Vergleich zu Ende. Craig Frost, ein alter Freund der Gruppe, spielte ab 1972 und dem Album "Phoenix" die Keyboards und wurde endgültig viertes Mitglied ab dem Album "We’re An American Band" (1973), das von Todd Rundgren produziert wurde und mit dem die Härte und der Killergroove endgültig verschwunden waren. Gleichzeitig avancierte "We're An American Band" zu einem weltweiten Hit, was die Gruppe weiter darin bestärkte, den eingeschlagenen neuen musikalischen Kurs hin zu melodiösem Rock beizubehalten und weiter auszubauen.


"Shinin’ On" wurde 1974 fertiggestellt und konnte einen Welt-Hit abwerfen: Eine Coverversion des Songs "Locomotion" von Little Eva. Auf dem Album präsentierten sie etliche geniale Songs, die entgegen späterer Werke dem Zahn der Zeit bis heute gut widerstanden haben. Das Titelstück war ein energetischer Vorwärts-Rock mit einer tollen Orgelarbeit und dem nachwievor sehr energischen Gesang von Mark Farner. "To Get Back In" war wiederum eher der neuen musikalischen Ausrichtung geschuldet, präsentierte eine recht ansprechende Melodie und geriet angenehm zum Mitsingen. Der schleichende und schleppende Blues "Mr. Pretty Boy" wurde von vielen Fans der ersten Stunde als müden Abklatsch früherer Bluesrock-Stücke gewertet, passte ins Gesamtbild der Platte jedoch gut hinein. Aussergewöhnlich war schliesslich der praktisch nur auf einem einzigen Akkord basierende Vorwärts-Rocker "Little Johnny Hooker", der weitgehend von einer im Vordergrund stehenden aggressiven Hammond-Orgel dominiert wurde, und das Album abschloss. Interessant war auch die Cover-Arbeit: Ein 3D-Bild zeigte die Bandmitglieder verzerrt. Zur optimalen Betrachtung wurde jedoch eine 3D-Brille mitgeliefert, welche in das Frontcover eingestanzt worden war (als sogenanntes 'Die-Cut').

Noch im selben Jahr wie "Shinin' On" folgte der Nacholger "All The Girls In The World, Beware" (1974), auf dem Grand Funk Railroad dem Soul einen immer grösseren Einfluss beimassen. Der eigentliche Stilbruch hatte aber bereits mit dem Album "We’re An American Band" stattgefunden, danach hatte man alles, was die Band so einzigartig gemacht hatte, aufgegeben. Bevor 1976 das Werk "Born To Die" veröffentlicht wurde, hatte sich die Band inoffiziell getrennt, sie plante ihr letztes Album. Sie kehrte jedoch zurück, um Frank Zappa einen Dienst zu erweisen, mit dem das Album "Good Singin', Good Playin'" produziert wurde, das 1976 erschien. Im selben Jahr begann Mark Farner auch damit, sich einer Solokarriere zu widmen. Die verbliebenen Mitglieder gründeten das nach ihrer Heimatstadt benannte Trio Flint.

Von 1981 bis 1983 reformierten sich Grand Funk Railroad mit Dennis Bellinger (ohne Mel Schacher) und veröffentlichten ein weiteres Album: "Grand Funk Lives". Die Kritiker des Rolling Stone urteilten harsch ('Grand Funk Lives' wird als eines der peinlichsten Comeback-Alben in die Geschichte eingehen). Trotzdem erschien in dieser Zeit ein weiteres Album mit dem Titel "What’s Funk". Danach setzte Mark Farner seine Solokarriere fort und brachte zahlreiche Alben heraus, die heute nur noch als rare Sammlerstücke zu bekommen sind ("Mark Farner", "No Frills", "Some Kind Of Wonderful", "Just Another Injustice", "Wake Up"). In einer Phase nannte er sich Christian Mark Farner und spielte ausschliesslich bei christlichen Veranstaltungen. Ab 1995 trat er mit Ringo Starr's All Star Band auf und verzeichnete Erfolge mit Kollegen wie John Entwistle von The Who und Billy Preston. 1997 vereinigten sich Grand Funk Railroad erneut mit Mark Farner, um ein Benefizkonzert für die Opfer des Bosnienkriegs zu geben. Eine Doppel-CD mit einem neuartigen Sound, unter der Mitwirkung eines Sinfonieorchesters, mit den Gatmusikern Peter Frampton und Alto Reed, war das Ergebnis dieser Reunion. 1999 erschien das Dreierset "Thirty Years Of Funk" mit allen Erfolgen der Band und einigen bisher unveröffentlichten Stücken.

Mark Farner tourte danach mit der N’r’G Band (Lawrence Buckner, Paul Ojibway, Hubert Crawford) durch die USA. Don Brewer und Mel Schacher entschlossen sich, Grand Funk Railroad weiter bestehen zu lassen und verpflichteten Bruce Kulick (vormals bei Kiss), Tim Cashion (zuvor bei Bob Seger) und Max Carl (Ex-38 Special). Ab dem Jahr 2000 absolvierte die Gruppe ebenfalls zahlreiche Konzerte in den Vereinigten Staaten. Im November 2004 wurde Terry Knight ermordet. Grand Funk Railroad haben in ihrer musikalischen Laufbahn mehr als 20 Millionen Alben verkauft.




21.08.2017


DEAD KENNEDYS - Fresh Fruit For Rotting Vegetables
(Cherry Red Records B RED 10, 1980)

Die Dead Kennedys waren eine der herausragenden Punk Bands aus San Francisco, die von 1978 bis 1986 existierte. Ihre Texte kommentierten mit beissendem Humor die Standpunkte linker und rechter Politik, mitunter auch durchaus angreifend in ihrer Wortwahl. Musikalisch verbanden sie die künstlerischen Elemente des klassischen britischen Punks mit der Energie und Geschwindigkeit des amerikanischen Punk Rocks. Der Bandleader und Frontmann Jello Biafra spielte mit seinem eigenen Plattenlabel Alternative Tentacles eine wichtige Rolle als Sprungbrett für andere Gruppen. Die Dead Kennedys gründeten sich im Juni 1978. Die Band bestand aus Jello Biafra (Sänger), East Bay Ray (Gitarrist), Klaus Flouride (Bassist) und Bruce Schlesinger alias Ted (Schlagzeuger). Anfänglich war auch noch der Gitarrist 6025 (Carlos Cadona) mit dabei, der jedoch bereits wenig später die Band verliess. Die Dead Kennedys spielten einige Konzerte in San Francisco und brachten im Juni 1979 ihre erste Single "California über alles" auf Alternative Tentacles heraus. Auf ihrer folgenden Tour entlang der US-Ostküste rüttelten sie mit ihren energischen Auftritten die dortige Punk-Szene wieder auf, um die es dort zu dem Zeitpunkt bereits stiller geworden war.

Im Herbst 1980 veröffentlichten sie ihre erste LP "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Die Platte erschien über das britische Independent-Label Cherry Red Records und war im Heimatland der Band zunächst nur als Import erhältlich. Das Album gilt heute als Meilenstein der US-amerikanischen Punkgeschichte und als eines der frühen stilprägenden Hardcore Punk Alben. Es war einerseits geprägt durch das für das Erscheinungsjahr sehr hohe Tempo der enthaltenen Musikstücke, andererseits durch die satirischen, gesellschaftskritischen Texte von Leadsänger Jello Biafra. In den durchweg polemischen Songtexten kritisierten und karikierten die Dead Kennedys soziale Ungleichheit. Da sich der Haupt-Songschreiber Jello Biafra und der Rest der Dead Kennedys zerstritten hatten, existierten später zwei Versionen der Entstehungsgeschichte, eine von Biafra und eine vom Rest der Band. An einigen Stellen der folgenden Abschnitte werden daher unterschiedliche Sichtweisen den jeweiligen Personen zugeordnet.

1978 gegründet, suchte die mit Liveauftritten sehr präsente Band Dead Kennedys eine geeignete Plattenfirma. Wegen ihres provokanten Bandnamens gestaltete sich die Suche besonders schwierig. Eine breite Independent-Szene war noch nicht entstanden und nach The Dickies und den Ramones interessierten sich die Major-Labels nicht mehr für US-amerikanische Punkbands. DIY ('Do it yourself') wurde dadurch zu einer der Säulen der noch jungen US-amerikanischen Punkbewegung. Nach der Veröffentlichung der Single "California über alles" durch das bandeigene Label Alternative Tentacles kam bald der Kontakt mit dem Musikagenten Bill Gilliam zustande. Einer festen Buchung der Band für Konzertveranstaltungen stand, auch nach Meinung des zwischenzeitlich ebenfalls kontaktierten Managers von Sham 69, Terry Gordon, jedoch eine nicht ausreichende Menge musikalischen Materials entgegen. Bislang waren lediglich einige Singles und die Kompilation "Live At The Deaf Club" erschienen. Bill Gilliam stellte die Band daraufhin Iain McNay von Cherry Red Records vor, Terry Gordon startete einen Vermittlungsversuch mit Safari Records. Diese hatten jedoch kein Interesse an einer Albumproduktion und so konzentrierte die Band ihre Hoffnungen ausschliesslich auf Cherry Red Records.

Kurze Zeit später schickte die Band eine frühe Fassung ihres Songs "Holiday In Cambodia" an McNay, um dessen Interesse zu wecken. Nach anfänglichen Vorbehalten seitens McNays, unter anderem wegen des provokativen Bandnamens, konnte das von der Band eingereichte und als nächste Single geplante Lied überzeugen. Zur Produktion eines Albums verfügte Cherry Red Records allerdings zunächst nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel. Nach Biafras Angaben lagen diese bei 8000, den Auskünften der restlichen Bandmitglieder nach bei 10000 Dollar. Richard Bishop, ein Geschäftspartner McNays von Caroline Records, bot daraufhin seine Unterstützung an. Voraussetzung für das Vorstrecken der benötigten Geldmittel war die vertragliche Einwilligung von McNay und der Band in spezielle Verkaufskonditionen und ein dreimonatiges Exklusiv-Verkaufsrecht für Virgin Records, der Muttergesellschaft von Caroline Records.

Bevor die Arbeiten am Debütalbum begannen, nahm die Gruppe die Single "Holiday In Cambodia" mit der B-Seite "Police Truck" im Tewksbury-Studio in Richmond auf. Als Toningenieur wurde Geza Gedeon, bekannt auch als Geza X, verpflichtet. Er hatte zuvor bereits mit Black Flag und Germs zusammengearbeitet und verfügte als Mitglied der Punkbands Deadbeats und The Bag auch über eigene musikalische Erfahrungen. In den Vereinigten Staaten erschienen die ersten 3000 Exemplare über Optional Records, danach folgte eine zweite Veröffentlichung über Faulty Products, einem Ableger von Miles Copeland IIIs Independent-Label I.R.S. Records. Die ursprünglich vorgesehene Veröffentlichung durch A&M Records scheiterte am Namen der Band, denn Labelgründer Jerry Moss war Ted Kennedy freundschaftlich verbunden. Im Mai 1980 erschien die Single im Vereinigten Königreich, dort bereits über Cherry Red Records. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung der Single willigten McNay und Gilliam ein und gaben der Band die 10000 Dollar für die Aufnahme des Albums. East Bay Ray gab später an, dass die Band für das Studio 6000 Dollar einkalkuliert und das restliche Geld unter den vier Bandmitgliedern aufgeteilt habe. Die Band mietete das Studio Mobius Music von Oliver DiCicco in Noe Valley und entschied sich gegen die Verpflichtung von Geza X. Dabei überstimmte sie Jello Biafra, der diesen Produzenten bevorzugte. DiCicco, Musikproduzent und Besitzer des Studios, war lediglich der Toningenieur des Albums, da er wenig Erfahrung mit Punkmusik hatte. Seine vorherigen Produktionen entstammten dem New-Age-Bereich. Da Klaus Flouride berufliche Verpflichtungen hatte, fanden die Aufnahmen nur abends und nachts statt. Das Studio war gerade auf 16 Spur-Technik umgestellt worden und war räumlich sehr eingeschränkt. Die Aufnahme erfolgte auf einem Zwei Zoll 16 Spur-Band. East Bay Ray verwendete für seine elektrische Gitarre des Typs Fender Super Reverb einen DOD Overdrive Vorververstärker und als Hallgerät eine Echoplex aus den 60er Jahren. Ausserdem spielte er eine alte Telecaster mit Seymour- und Humbucker-Pickups, einem Hals im Stratocaster-Stil und einem Steg von Schecter. Jello Biafra verwendete ein Neumann U47 Mikrofon, eine Empfehlung von Geza X. Für den Endmix wurde ein Ampex 351 Zweispurgerät verwendet.

Die Band investierte viel Zeit auf die Vorproduktion. Die Songs waren bereits fertig geschrieben und mussten nur noch eingespielt werden. Die meisten Titel waren nach dem ersten oder zweiten Take fertig. Auf dem Album waren daher nur wenig Overdubs zu hören. Während der Aufnahmen kam es jedoch vermehrt zu Konflikten innerhalb der Band, was sowohl die musikalische als auch die organisatorische Seite der Aufnahme betraf. Insbesondere Jello Biafra und East Bay Ray überwachten die Aufnahmen des Albums und bis heute streiten sich die beiden um den Hauptanteil. Insbesondere Ray fühlte sich hintergangen, da er nach seinem Verständnis zu wenig Kontrolle über die Produktion hatte. Als Produzenten wurde schliesslich im Booklet Norm angegeben, der Name der Siamkatze des Produzenten. East Bay Ray wurde unter seinem bürgerlichen Namen R. Pepperell als Produktionsassistent geführt. Spätere Pressungen enthielten andere Angaben. So wurden neben Norm auch East Bay Ray oder Norm And The Dead Kennedys angegeben. Das Album erschien am 2. September 1980 im Vereinigten Königreich, wobei die Pressung fehlerhaft war. Das eingesetzte Masterband lief zu schnell und es fehlten zudem die tiefen Frequenzen. Im Heimatland der Band war das Album zunächst nur als Import erhältlich, erst 1981 erschien die US-Version über I.R.S. Records.

Wie bereits bei den beiden Vorgänger-Singles handelte es sich musikalisch um schnell gespielten Punkrock, der später als Hardcore Punk definiert wurde. Neben dem frühen Punkrock wurden auch Elemente des Garage Rock, insbesondere der Sonics, des Surf und des Rockabilly in die Musik aufgenommen. Dadurch entstand eine für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Mischung aus traditionellen Rockelementen und Punkrock. Der Gesang von Jello Biafra war für die damalige Zeit ungewöhnlich schrill und erinnerte an ein wütendes Fauchen. Die Texte waren bissig bis bösartig-sarkastisch und aus einer sehr linken Perspektive geschrieben. Dabei wurden nicht nur einzelne Aspekte herausgegriffen, die für die Neue Linke in den Vereinigten Staaten charakteristisch waren, sondern die Kritik richtete sich gegen alle Aspekte des sogenannten American Way of Life und das komplette politische System Amerikas. In den Liedern nahm Jello Biafra oft die andere Position ein und verhöhnte so seine Gegner mit ihren eigenen Worten. Die Produktion war zwar recht dünn, doch die Schnelligkeit und die Verwendung der für Punk ungewöhnlichen Elemente wurden später zum Markenzeichen der Dead Kennedys.

Auf dem Albumcover befand sich ein Schwarzweissfoto, das eine Reihe brennender Autos zeigte. Die Aufnahme stammte von Judith Carlson und wurde für den San Francisco Examiner erstellt. Sie wurde während der sogenannten White Night Riots am 21. Mai 1979 aufgenommen. Die Unruhen brachen aus, nachdem der ehemalige Stadtrat Dan White den Homosexuellen-Aktivisten Harvey Milk sowie George Moscone, den damaligen Bürgermeister von San Francisco, erschossen hatte und zu einer aus Sicht vieler Kritiker zu geringen Haftstrafe von lediglich sieben Jahren verurteilt worden war. Aus den Reihen einer aufgebrachten Menge von annähernd 5000 Personen, die zum Rathaus marschierten, lösten sich einzelne Randalierer heraus und steckten in dieser Nacht mehr als ein Dutzend Polizeiautos in Brand. Bei der Reproduktion des Bildes für die Erstveröffentlichung ging viel von der Qualität verloren. Ursprünglich sollten die Flammen deutlicher dargestellt werden, wozu sie von I.R.S. Records orange eingefärbt wurden. Dies wirkte sich aber auch auf den Rest des Bildes aus, so dass Biafra nicht mehr damit zufrieden war. Cherry Red Records übernahm dann den schwarz-weissen Druck, der auch auf allen späteren Veröffentlichungen Verbreitung fand. Die Wiederveröffentlichung zum 25. Jubiläum des Albums 2005 enthielt eine eingefärbte Version, bei der allerdings nur die Flammen hervorgehoben wurden, so wie es ursprünglich geplant war. Über die Jahre erschienen viele unterschiedliche Varianten des Cover Artworks, die sich in der Helligkeit des Motives sowie in der Farbe des Bandlogos (weiss oder gelb) unterschieden. Auf der Originalversion befand sich zudem der Name des Albums nicht auf dem Schallplattencover, sondern nur auf der Rückseite. Bei einigen späteren Versionen wurde auch dies geändert.

Auf der Rückseite der LP war eine andere Band abgebildet, nämlich Sounds of Sunshine, die Anfang der 70er Jahre einen kleinen Hit mit "Love Means You Never Have To Say You’re Sorry" hatte. Tatsächlich hatte Flouride das Foto irgendwann auf dem Flohmarkt gekauft, ohne dass damals jemand die abgelichtete Band oder den Fotografen hätte zuordnen können. Das Bild wurde mit Totenköpfen und dem Dead Kennedys Logo verziert. Als die Dead Kennedys im Fernsehen gezeigt wurden und dazu immer wieder das Bild vom Backcover abgebildet wurde, wurden ehemalige Sounds of Sunshine-Mitglieder, inzwischen konservative Christen, darauf aufmerksam und klagten gegen die Dead Kennedys. Der Vertrieb I.R.S. Records zahlte schliesslich eine Entschädigung und auf späteren Pressungen wurden einfach die Köpfe der Bandmitglieder entfernt. Dem Album beigefügt war ein Poster mit einer Collage sowie den Texten des Albums. Die Collage wurde von Jello Biafra angefertigt mit etwas Unterstützung von Winston Smith, der auch für das Dead Kennedys Logo und später das Alternative Tentacles Logo verantwortlich zeichnete. Sie basierte auf den zahlreichen Ausschnitten aus Zeitungen und Zeitschriften, die Biafra in seinem Schlafzimmer hängen hatte. Im Wesentlichen beeinflusst wurde der Stil von der britischen Band Crass, allerdings war Biafras Ansatz ein eher politisch-humoristischer.

Bei frühen US-Versionen befand sich zwischen den beiden Songs "Let’s Lynch The Landlord" und "Drug Me" das Stück "Police Truck" und damit die B-Seite der "Holiday In Cambodia" Single. Das Lied wurde erst wieder 1987 auf der Kompilation "Give Me Convenience Or Give Me Death" auf einem Album-Format veröffentlicht. Vom Album existieren mittlerweile mehr als 30 verschiedene Versionen, die sich nicht nur in der Gestaltung, sondern auch in der Songauswahl unterscheiden. Als Bonustracks wurden gelegentlich die verschiedenen Single B-Seiten verwendet. Zum 25-jährigen Jubiläum erschien eine Special 25th Anniversary Edition mit einem 55-minütigen Dokumentarfilm, der Interviews mit verschiedenen Akteuren beinhaltete, darunter Klaus Flouride und East Bay Ray. Dazu wurden einige ältere Liveaufnahmen gezeigt. Einige davon befanden sich auf der Video-Kompilation "Dead Kennedys: The Early Years Live".

Die Songs des Albums im Detail: "Kill The Poor" war die satirische Aufforderung, Arbeitslose und Menschen in Armut durch die Neutronenbombe zu beseitigen, da die Wirkung dieser Waffe nett, schnell, sauber und effektiv ("It’s nice and quick and clean and gets things done") sei und die Gesellschaft so nicht länger durch Wohlfahrtssteuer ("Welfare Tax") belastet werde. Der Songtext wurde häufig mit "A Modest Proposal" von Jonathan Swift in Verbindung gebracht, das eine ähnliche Überzeichnung zum Inhalt hatte. Die Idee stammte jedoch aus einem alten Devo-Interview im Fanzine 'Search & Destroy'. "Kill The Poor" wurde die dritte Singleauskopplung des Albums. B-Seite war der Track "In-Sight". Bei der Single-Version handelte es sich um eine andere Abmischung des Songs. Als Werbeanzeige wurde ein Bild des Parteitags der Conservative Party verwendet, über dem der Singletitel prangte. Durch geschickte Anzeigenschaltung und späte Abgabe erschien das Motiv in einigen Zeitungen und Zeitschriften. Dafür musste sich McNay vor dem Werberat rechtfertigen. Als Konsequenz durfte er die Anzeige nicht wieder verwenden, was aber auch gar nicht seine Absicht war.

"Forward To Death" war ein Text, der sich mit der Sehnsucht nach dem Tod auseinandersetzte. Das lyrische 'Ich' sieht sich als Antagonist zum Rest der Welt. Das Lied stammte von Carlos Cadona (Pseudonym 6025), dem zeitweilig zweiten Gitarristen der Band, der zum Zeitpunkt der Aufnahme aber bereits wieder ausgestiegen war. Der Text war keine Fiktion von Cardona, sondern beschrieb sein damaliges Innenleben. So antwortete er auf die Frage, wie er zu dem Text gekommen sei, dass er oft so deprimiert gewesen sei, er würde sich auf den Tod freuen. Obwohl die ursprüngliche Idee von Cadona stammte, entstand die Musik des Songs letztlich in einer Art Jam, bei dem jeder seine Ideen hinzufügte. "When Ya Get Drafted" kritisierte das Wettrüsten zwischen Ost und West während des Kalten Krieges. Der Text selbst entwarf das Schreckensszenario, dass durch eine Volkszählung alle wehrdienstfähigen US-Amerikaner erfasst wurden, um effizienter Krieg gegen andere Staaten führen zu können. Ursprünglich unter dem Namen "Rhodesia" geschrieben, beinhaltete die erste Textversion noch Motive der Kubakrise, die allerdings von der Band Mercenary bereits aufgegriffen wurde.

Geza X riet Jello Biafra zur Überarbeitung und so wurde der Text allgemeiner gehalten. Der Songtext war geradezu prophetisch, denn im Februar 1980, kurz nach der Überarbeitung, als sie den Song schon live spielten, beschloss Präsident Jimmy Carter eine Erfassung aller wehrdienstfähigen US-Amerikaner, um im Bedarfsfall die Streitkräfte zu vergrössern. "Let’s Lynch The Landlord" forderte satirisch dazu auf, Grundeigentümer zu ermorden, die ihre Immobilien zu Lasten von deren Bewohnern verkommen liessen, um ihren eigenen Profit zu maximieren. Der Text basierte auf Flourides und Biafras Erfahrungen als Mieter. Für das Stück benötigte die Band am meisten Zeit. Zunächst war der Schlagzeugpart sehr schnell, sodass Bruce Slesinger (respektive Ted, wie er in den Credits des Albums benannt war) nicht nachkam. Deshalb wurde das Schlagzeugspiel vereinfacht und der Song damit tanzbar. Der Text wurde im Wesentlichen von Biafras Vorliebe für das Duo Sparks geprägt. Biafra bezeichnete die trockenen, wirklich bescheuerten Texte der Sparks als grossen Einfluss auf sein eigenes Songwriting.

Die Nummer "Drug Me" handelte von einem aussichtslosen Leben, das nur durch Betäubung erträglich wurde. Biafra kritisierte in diesem Songtext, dass viele Mittel der Unterhaltung - der Text nannte unter anderem Fernsehen, Kreuzworträtsel, Zeitschriften und Pornographie - in erster Linie dem Zweck der Betäubung und Abstumpfung dienen würden. Der Riff wurde von "(We Ain’t) Got Nothing Yet" von den Blues Magoos adaptiert. Es handelte sich um eines der schnellsten Stücke aus dem Repertoire der Dead Kennedys und war live kaum zu spielen. Später veröffentlichte die Band Sepultura eine Coverversion. "Your Emotions" handelte von Emotionen, die Menschen zu Monstern machen. Der Text wurde von East Bay Ray geschrieben. Der Basspart von Klaus Flouride war eine Reminiszenz an die Avengers.

Das Stück "Chemical Warfare" kritisierte das Wettrüsten sowie den Einsatz von chemischen Waffen. Der Text schilderte, wie jemand, der illegal an Nervengas gelangt war, Massenmord an den Gästen einer Cocktailparty beging. In das Lied wurde ein Walzer eingebaut, der eine Tanzkapelle auf einer Cocktailparty in einem Country Club imitieren sollte. Die Partygesellschaft wurde von Freunden der Band dargestellt, darunter Barbara Hellbent, Bobby Unrest, ChiChi (damalige Managerin der Dead Kennedys), Curt, Dirk Dirkson (Booker), Eric Boucher (bürgerlicher Name von Jello Biafra), Geoffrey Lyall (bürgerlicher Name von Klaus Flouride), HyJean, Michael Snyder (Journalist und Musikproduzent), Ninotchka (Therese Soder, Sängerin von Feederz und Biafras Ehefrau von 1981 bis 1986) sowie Will Shater und Bruce Calderwood (beide von der Punk Band Flipper).

"California über alles" überzeichnete in grotesker Form die Machtgelüste des kalifornischen Gouverneurs Jerry Brown und unterstellte diesem das Ziel der Installierung eines faschistisch geprägten Regierungssystems in den USA. Die Albumversion war wesentlich schneller, fast in doppelter Geschwindigkeit zur Singleversion, die dafür etwas rauer klang und mehr musikalische Abwechslung bot. "I Kill Children" parodierte einen Psychopathen, der es kaum erwarten konnte, die Kinder der Hörer des Albums zu ermorden. Der Text wurde sehr oft missinterpretiert, da die Hörer den Perspektivwechsel nicht mitmachten und Jello Biafra als lyrisches Ich sahen. Dies sorgte unter anderem dafür, dass Tipper Gore und ihre Zensurbehörde PMRC auf die Band aufmerksam wurden. Tatsächlich nahm Biafra als Basis beziehungsweise als Eröffnungszeile ein Zitat aus einem religiösen Traktat des fundamentalen Christen Jack T. Chick: "God told me to skin you alive" ("Gott hat mir befohlen, dich lebendig zu häuten").

"Stealing People’s Mail" handelte von Leuten, deren Unterhaltung darin bestand, massenhaft Postsendungen zu stehlen, um sich über deren Inhalte zu amüsieren. Biafra wurde beim Songwriting vom Garage Rock der 60er Jahre sowie von The Screamers beeinflusst. "Funland At The Beach" karikierte die allgemeine Sensationslüsternheit für Katastrophenfälle am Beispiel eines Psychopathen, der die Achterbahn in einem Vergnügungspark sabotiert, um sich anschliessend an den verstümmelten Leichen zu erfreuen. Der Text zeigte die emotionale Kälte der Parkbetreiber, die sich mehr um einen Prozess sorgten, als sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Wie bei "Kill The Children" wurde der Text häufig falsch verstanden. Der nächste Track "Ill In The Head" beschrieb wie "Forward To Death" und "Your Emotions" ebenfalls einen düsteren Geisteszustand. Das lyrische Ich war in einem zwiegespaltenen Eindruck und wusste nicht wohin mit sich Es war der einzige Song, auf dem Carlos Cadona zu hören war, der zum Einspielen wieder ins Studio kam, nachdem er die Band einige Monate vorher verlassen hatte. Das Lied hatten er und Biafra zusammen geschrieben. Biafra gab Cadona einen Text, mit dem er selbst unzufrieden war. Cadona überarbeitete ihn. Das Lied enthielt mit einem Wechsel zwischen 13/8 und 11/8 eine für Punk ungewöhnliche Taktart. Cadona war von Neuer Musik beeinflusst und hatte während seines kurzen Beitritts versucht, die Band in diese Richtung zu führen.

"Holiday In Cambodia" wurde ebenfalls in einer anderen Version als die damalige Singleversion eingespielt. Am Anfang war eine Art Schreien zu hören, das durch einen Effekt über das Echoplex von Ray entstand. "Viva Las Vegas" war eine parodistische Coverversion mit leicht geändertem Text und handelte von den Gefahren des Glücksspiels in Las Vegas. Dabei wurde der im Original von Elvis Presley gesungene Text so karikiert, dass neben der Kritik am Glücksspiel auch Presley selbst kritisiert wurde. So tauschte Biafra nur wenige Wörter aus und stellte einige Sätze so um, dass sie für Presley unvorteilhaft endeten. Am Ende wurde dem Protagonisten des Songs Kokainkonsum unterstellt. Hier fand eine Tradition der Dead Kennedys ihren Anfang: die überraschende Coverversion, die nicht zum Gestus und der Musik der Dead Kennedys passte. Fortgesetzt wurde sie unter anderem mit "My Sharona", "I Fought The Law" und "Boris The Spider". Jello Biafra imitierte hier den hohen Gesang von Feargal Sharkey. Ian McNay plante dies als dritte Single ein, da er sich davon hohe Aufmerksamkeit von den britischen Medien versprach. Doch die Band lehnte ab, da sie Befürchtungen hatte, damit als One Hit Wonder zu gelten.

Das Debütalbum erhielt gemischte Kritiken. Am besten schnitt das Album im Vereinigten Königreich ab. So kritisierte Andy Gill von Gang Of Four im New Musical Express die Themen des Albums, die abseitig und nicht mehr als Punk-Varielté seien. Dafür lobte er die Dynamik sowie die Originalität und den Abwechslungsreichtum der Kompositionen. Robert Christgau und Lester Bangs äusserten sich negativ. Christgau bezeichnete Biafras Gesang als Tiny Tim Vibrato und verglich die Musik mit den Stooges. Eine gute Kritik kam dagegen von John Tobler vom Zig Zag Magazine, der vor allem die subtilen Lyrics lobte. In den USA waren die Kritiken verhaltener. So lobte New York Rocker zwar die dynamischen Tracks des Albums, bezeichnete aber die Lyrics zu "I Kill Children" und "Funland At The Beach" als sinnlos und nur für den Schockeffekt geschrieben. Trotz der eher verhaltenen Rezensionen verkaufte sich das Album sehr gut. Bis zum Ende des Jahres konnte Cherry Red Records alleine im Vereinigten Königreich 30000 Stück absetzen. In Finnland, Spanien, Portugal und Australien erreichte es sogar Top 10-Platzierungen. In den britischen Charts erreichte das Album Platz 33.

Die Single "Kill The Poor" platzierte sich auf Rang 49. Zur damaligen Zeit ebnete das Album den Weg für die San Franscisco Punkszene und machte diese sowohl in den USA als auch in Europa populär. Es war zudem einer der Meilensteine des frühen US Hardcores, zusammen mit den ersten Veröffentlichungen von Black Flag, MDC und Bad Brains. Heute gilt das Album als eines der bedeutendsten Werke der Punkmusik sowie als Blaupause für textlich wie musikalisch vielseitigen Punk. Dementsprechend oft wird es auch heute noch zitiert. Insbesondere die beiden Hits "California über alles" sowie "Holiday In Cambodia" wurden recht häufig gecovert. Bei ersterem waren sicherlich die Versionen von der Death Metal Band Six Feet Under sowie von der Independent Rock Band The Delgados hervorzuheben. Von letzterem existieren unter anderem Versionen von Laaz Rockit und Boysetsfire. Serj Tankian und die Foo Fighters spielten auf den MTV Video Music Awards 2007 ebenfalls eine Neuauflage des Songs.

Der Song "I Kill Children", insbesondere der Eröffnungssatz, inspirierte den Künstler Winston Smith zu einem Gemälde mit dem Titel 'God Told Me to Skin You Alive', das später wiederum Verwendung als Artwork beim Green Day Album "Insomniac" fand. Das Album diente zudem als Inspiration für eine ganze Reihe von Künstlern, so bezeichneten unter anderem Dinosaur Jr., Hüsker Dü, The Pixies, Nirvana, The Offspring und Massive Attack das Album als grossen Einfluss. Im Mai 2001 veröffentlichte das US-Musikmagazin Spin das Themenheft '25 Years of Punk' mit einer Liste der '50 Most Essential Punk Records'. Das Album "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" stand dort auf Platz 46. Das britische Mojo nannte das Album das musikalisch komplexeste Punkalbum aller Zeiten. Robert Dimery nahm das Album in sein musikalisches Referenzbuch '1001 Albums You Must Hear Before You Die' auf. 2004 erschien eine Liste des deutschen Rolling Stone Magazines, bei dem "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" auf Platz 185 geführt wurde. Sowohl auf der Liste des US-amerikanischen Rolling Stone als auch bei der Neuauflage der Liste 2012 fehlte es dagegen.

Der New Musical Express nahm das Album 2013 in seine Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf. Geführt wird es dort auf Platz 365. "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" war das einzige Album der Band, dessen Rechte nicht bei Alternative Tentacles lagen, bevor der Rechtsstreit zwischen Jello Biafra und den restlichen Mitgliedern der Dead Kennedys begann. Während des Rechtsstreits ging es insbesondere um falsch berechnete und nicht ausgezahlte Royalties sowie fehlerhafte Urheberrechtsangaben. Ein Punkt war allerdings, dass Biafra den Backkatalog nicht genügend beworben hätte. Als Gegenbeispiel wurde daher Cherry Red Records ausgewählt, die das Album als Digipak mit verschiedenen Bonustracks erneut herausgebracht hatten und damit die Verkäufe von 5000 auf 15000 Stück anheben konnten. Als Folge sprach die Jury den restlichen Mitgliedern die Rechte zur Veröffentlichung aller Alben ausser "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" zu.

Am Ende des Jahres 1980, nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Debutalbums, trennte die Band sich von Schlagzeuger Ted aus musikalischen Gründen und fand in D. H. Peligro einen Nachfolger. Über die gesamten 80er Jahre tourten sie durch die USA und Europa und schafften sich so weltweit Gefolgschaft in der Undergroundszene. Ihre Musik, aber insbesondere ihre Texte, attackierten unter anderem die religiöse Rechte und Ronald Reagan mit bösem Sarkasmus. Die Veröffentlichung des Albums "Frankenchrist" (1985) rief das damals neu gegründete Parents Music Resource Center (PMRC) auf den Plan, und die Organisation klagte die Band 1986 wegen Verbreitung jugendgefährdender Inhalte an Minderjährige an. Dabei ging es um ein der Schallplatte beigelegtes Poster mit der Zeichnung 'Penis Landscape' des Schweizer Künstlers H. R. Giger. Die Anklage verlangte eine Verurteilung jedes Bandmitglieds zu einem Jahr Gefängnis und 20000 Dollar Strafe. Im Jahr 1987 wurde nach einem dreiwöchigen Prozess die Anklage gegen die Band fallen gelassen. Das Album verschwand in den USA jedoch fast vollständig aus den Plattenläden. Nach der Veröffentlichung der LP "Bedtime For Democracy" gegen Ende des Jahres 1986 erklärten sich die Dead Kennedys für aufgelöst. Jello Biafra blieb weiterhin in der Punk-Bewegung aktiv, pflegt bis heute das Label Alternative Tentacles, gründete unter anderem die Band Lard und brachte einige Spoken Word Alben heraus.

Seit der Auflösung sind die Bandmitglieder zerstritten. Angeblich wollten die restlichen Bandmitglieder den Song "Holiday In Cambodia" für einen Werbespot der Firma Levis Jeans lizenzieren, was Jello Biafra als Ausverkauf seiner Punk-Ideale verstand. Die übrigen Bandmitglieder bestritten dieses Vorhaben jedoch. Des Weiteren ging es in einem Gerichtsverfahren um nicht bezahlte Tantiemen, die den anderen Mitgliedern zugestanden hätten. Der Richter entschied zugunsten der anderen Mitglieder. Die komplette Palette der Dead Kennedys Werke (ausser dem ersten Album "Fresh Fruit For Rotting Vegetables") fiel auf den Rest der Dead Kennedys, die daraufhin das Label Decay gründeten. Der verbliebene Teil der Band, bestehend aus East Bay Ray, Klaus Flouride und dem Inhaber dieses Labels, D.H. Peligro, begann 2001 eine Reunion-Tour unter dem Namen DK Kennedys und ersetzte Biafra durch den Sänger Brandon Cruz. Trotzdem machten sie an verschiedenen Orten Werbung mit Bildern von Jello Biafra, so dass Fans der Band ihr Geld zurückverlangten, als sie feststellten, dass Jello Biafra nicht singen würde.

Jello Biafra distanzierte sich von allen Aktivitäten der DK Kennedys und deren Label Decay, da diese nichts mit dem Geist und der Qualität der Dead Kennedys von vor 1986 zu tun hätten. Am 9. Oktober 2007 wurde ein Best Of Album mit dem Namen "Milking The Sacred Cow" herausgebracht. Es enthielt zwei unveröffentlichte Versionen von "Soup Is Good Food" und "Jock-O-Rama". Cruz' Nachfolger Jeff Penalty verliess die Band im März 2008. Er wurde von dem früheren Wynona Riders Sänger Ron 'Skip' Greer ersetzt. Die Liedzeilen "Weil sie dich verplant haben, kannst du nichts anderes tun als aussteigen und nachdenken" wurden in der bekannten Kurzgeschichte "Im Spiegel" von Margret Steenfatt zitiert. Die Toten Hosen veröffentlichten 2017 eine Coverversion des Songs "California über alles" mit Jello Biafra als Gastsänger. Dieser Song war auf dem Album "Learning English Lesson 2" enthalten.



20.08.2017


SAVOY BROWN - Jack The Toad (Decca Records TXS 112, 1973)

Gerieten sie in ihrer Heimat England in den frühen 70er Jahren zunehmends in Vergessenheit, so konnten sich die Bluesrocker Savoy Brown um den Gitarristen Kim Simmonds in den USA einer immer stärker wachsenden Popularität erfreuen. Ganz besonders als Live-Band waren Savoy Brown dort sehr begehrt, wurden an zahlreichen Festivals als eine der Hauptattraktionen gefeiert, spielten in Top Venues wie beispielsweise  dem legendären Fillmore East in New York, dem Fillmore West in San Francisco oder auch dem Grande Ballroom in Detroit. 1972 waren Savoy Brown gar als Headliner an einem Open Air Festival in Boston aufgetreten. Als Anheizerr vor ihnen traten dort Fleetwood Mac und Rory Gallagher auf. Ironischerweise wechselte ein halbes Jahr nach diesem grossen Live-Ereignis der Sänger Dave Walker zu Fleetwood Mac, wo er jedoch nicht lange blieb. Walker verliess Savoy Brown am Vorabend einer weiteren grösseren US-Tournee, was dazu führte, dass die Gruppe um Kim Simmonds diese Tour ohne expliziten Leadsänger absolvierte. Abwechselnd sangen Kim Simmonds oder Paul Raymond die Songs. Nach seinem kurzen Gastspiel bei Fleetwood gründete Dave Walker seine eigene Band, The Dave Walker Band und wurde in den USA sesshaft. Auch seine eigene Band hielt nicht lange. Er war später einer der Kandidaten als Ersatz für Ozzy Osbourne bei Black Sabbath, absolvierte auch einige Konzerte mit ihnen, bevor er schliesslich zwischen 1987 und 1990 wieder als Leadsänger zu Savoy Brown zurückkehrte.

Savoy Brown suchten sich einen Ersatz für Dave Walker und fanden ihn in dem britischen Rock-Veteranen Jackie Lynton. Doch nicht nur die Position des Leadsängers wurde neu besetzt: Das Personalkarrussell drehte sich wie schon die Jahre zuvor weiter. So kam der Schlagzeuger Ron Berg für den langjährigen, aber gesundheitlich immer stärker angeschlagenen Dave Bidwell. In der Besetzung Kim Simmonds, Paul Raymond, Andy Pyle, Jackie Lynton und Ron Berg arbeitete die Band die folgenden Monate an einem Nachfolger für die insbesondere in den USA sehr gut verkaufte LP "Lion's Share". Dabei stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass Jackie Lynton's Songwriting perfekt zur Band passte. Während die Songs für das "Lion's Share" Album noch hauptsächlich von Kim Simmonds und Paul Raymond geschrieben worden waren, konnte sich Jackie Lynton mit seinen eigenen Songs profilieren. Kim Simmonds dazu: "Previously to Jack joining the band,most of the writing was done by Paul and myself. But Jack has a wealth of his own material which is both original and fits so well with the music we play".

Als John Bertram Lynton in Shepperton, Middlesex am 27. Februar 1940 geboren, begann Jackie schon im Kinderchor an der Schule zu singen. Rock'n'Roll wurde schon sehr früh zu seiner grossen Leidenschaft, er war ein glühender Verehrer von Elvis Presley und durch seine Schulfreunde lernte er viele Bands und Musiker kennen, denen er bald schon nacheifern wollte. So spielte er in seiner Jugend in verschiedenen Bands, mixte dabei populäre Songs mit Rock'n'Roll und die erste Single, die er veröffentlichte, war eine Coverversion des weltberühmten Songs "Over The Rainbow". Die Single wurde von Tony Hatch für das Pye Picadilly Records Label produziert. Es folgten einige weitere Singles für das EMI Columbia Records Label. Mit der Zeit wuchs sein musikalisches Knowhow, was ihm Konzerte und Engagements an der Seite von Billy Fury, Vince Taylor & The Playboys, Wee Willie Harris, Terry Dene und Screaming Lord Sutch & His Savages ermöglichte. Anfang der 70er Jahre legte Jackie Lynton eine Pause ein, arbeitete vorwiegend als Dekorateur und Maler, aktivierte zeitweilig eine eigene Band (The Jackie Lynton Band) und trat dann und wann in lokalen Pubs auf. An einem dieser sporadischen Auftritte sah ihn Harry Simmonds, Kim Simmond's Bruder und Manager. Jackie Lynton spielte im Greyhound Club in Fulham und fragte ihn nach dem Auftritt ganz spontan, ob er nicht als Leadsänger bei Savoy Brown einsteigen wolle. Lynton hielt das für einen Witz und lachte darüber. Doch Harry Simmonds liess nicht locker, kontaktierte Lynton mehrmals, traf ihn auch immer wieder, bis Jackie Lynton von der Ernsthaftigkeit des Angebots überzeugt war, seine eigene Band auflöste, seinen Job quittierte, die Koffer packte und bei Savoy Brown einstieg.


Mit Jackie Lynton absolvierten Savoy Brown mehrere Konzerte der laufenden US-Tournee im Jahre 1972, die als Promotion für ihr Album "Lion's Share" gedacht war, das ja noch mit Dave Walker eingespielt wurde. Jackie erwies sich als Segen. Er sang nicht nur die bereits bestehenden Songs kompetent und stilsicher, sondern gab etlichen Stücken auch eine neue Note. Lynton's Markenzeichen war dabei immer seine hemdsärmlige, humorvolle und typisch britische Art, die überall gut ankam. Dass Lynton ausserdem ein ganz formidabler Sänger ist, beweisen etliche live mitgeschnittene Dokumente jener 1972er Tournee, die sich in Kim Simmonds' umfangreichem Live-Archiv befinden, und von welchen einige auch schon veröffentlicht worden sind. Kim Simmonds hatte 1999 bereits zwei Kollektionen veröffentlicht mit Liveaufnahmen, auf welchen alle drei Sänger jener Zeit zu hören waren: Chris Youlden, Dave Walker und Jackie Lynton. Die beiden Alben kamen unter den Bezeichnungen "Standing On The Outside" und "Jack The Toad Live" heraus, wobei die Klangqualität dieser Aufnahmen teilweise ausserordentlich schlecht war und im Grunde nur für beinharte Fans interessant gewesen waren. Später wurden diese beiden Alben noch einmal als Doppelalbum veröffentlicht unter dem irreführenden Namen "Hellbound Train Live 1969-72". Von Jackie Lynton waren dabei die beiden Stücke "Tell Mama" und "Let It Rock" zu hören.

Besonders interessant war die Tatsache, dass Savoy Brown anlässlich ihrer 1972er US-Tournee die damals gerade populär werdenden Status Quo als Vorgruppe mit dabei hatten. Status Quo revanchierten sich ein Jahr später, indem sie ihrerseits Savoy Brown als Vorgruppe bei ihrer "Hello!"-Tournee dabei hatten, was einen wesentlichen Anteil am erneuten Erfolg eines ihrer Alben bedeutete: "Jack The Toad" verkaufte sich zwar nicht so gut wie die vorherige "Lion's Share", doch die Band gewann einen Teil ihres inzwischen verlorenen englischen Publikums wieder zurück, auch wenn dieser Erfolg letztlich leider nur von kurzer Dauer war.Das Album "Jack The Toad" wurde vom ehemaligen Gründer des Plattenlabels Dawn Records, Barry Murray, produziert und präsentierte eine erfreulich lebendige Band, die dank dem zuzug von Jackie Lynton nun noch einmal ein gutes Stück vom traditionellen Bluesrock wergkam. Nicht zuletzt dank der Kompositionen von Jackie Lynton kamen nun auch etwas soulige Noten, ja gar einige Jazz-Elemente in den Sound der Gruppe, der sich auf diesem Album zusammen mit bewährten Bluesrockern und feinen bluesigen Balladen erfrischend revitalisiert zeigte. Schon der sehr soulige Rocker "Coming Down Your Way" zeugten vom hohen kompositorischen Potential von Jackie Lynton. Der herzhafte Rocksong wurde später von der amerikanischen Band Three Dog Night  gar als Titelsong für deren gleichnamiges 1975er Album gecovert. Das groovig-jazzige "If I Want To" und vor allem der unglaublich tolle Blues "Just 'Cos You Got The Blues, Don't Mean You Gotta Sing" zeigten die Band spielerisch auf einem absoluten Top-Level. Das dem Album den Namen gebende Stück "Jack The Toad", ebenfalls eine Nummer aus der Feder von Lynton, erzählte die Gunfighter-Geschichte im Spaghetti Western-Stil, verpackt in ein hervorragendes, wiederum leicht soulrockiges Musikkostüm.

Kim Simmonds seinerseits steuerte mit dem Track "Ride On Babe" einen Titel bei, den er selber sang und bei dem er auch die Mundharmonika spielte, etwas, das er auf späteren Platten häufiger präsentierte. Simmonds ist neben seinen unbestreitbaren Qualitäten an der Gitarre auch ein kompetenter Bluesharp Player. Paul Raymond wiederum verfasste den Titel "Hold Your Fire", während das ebenfalls überzeugende "Some People" eine energetische Kollaboration der Bandmitglieder zeigte. Das Stück zeigte wiederum leicht jazzige Ansätze, wurde abwechslungsweise vom Klavier von Paul Raymond, aber auch von Kim Simmonds' Gitarre getragen. Dazu präsentierten Savoy Brown auf "Jack The Toad" zwei Coversongs, die ebenso überraschend anders als die Originale, wie auch eher unbekannt waren. Das aus dem Jahre 1950 stammende "Endless Sleep", ein düsterer Kassiker aus der Feder von Jody Reynolds, der damals zu einem Nummer 5 Charts-Hit wurde, den später auch Marty Wilde coverte, sowie das Stück "Casting My Speel", geschrieben von Edwin und Alvin Johnson. Das gesamte Album präsentierte die charmante musikalische Mixtur einer Bluesband, die eine fabelhafte Pub Rock Session spielte. Es erstaunt nicht, dass insbesondere in den USA, wo die Band inzwischen viele Anhänger hatte, das Album bis auf Rang 34 in den Billboard Charts stieg. Auch in England verkauften Savoy Brown wieder mehr Platten als einige Jahre zuvor.

Auf dem Album spielte Paul Raymond im übrigen das Mellotron, das der Gruppe The Moody Blues gehörte. Er lehnte sich das Instrument aus für die Aufnahmen zum Titelsong, für welchen zusätzlich auch der Sopran Saxophonist Stan Saltzman und der Perkussionist Frank Ricotti rekrutiert wurden. Auf dem Album sangen auch die versierten Backgroundsängerinnen Sue (Glover) und Sunny (Leslie) mit. Das Cover-Artwork von David Anstey, welcher schon die Savoy Brown Alben "Blue Matter", "Looking In", "Street Corner Talking" und "Hellbound Train", sowie später auch "Skin'N'Bone" designed hatte, gab dem Album jenen Spaghetti Western-Anstrich, den die Titelgeschichte in Jackie Lynton's Song erzählte. Obwohl das Album recht erfolgreich war, für Savoy Brown eine erneute Auffrischung ihres variantenreichen Bluesrocks bedeutete und die Zeichen für eine erfolgreiche Zukunft ausserordentlich gut standen, nahm sich Kim Simmonds im Winter 1973, kurz vor der Weihnachtszeit eine kreative Auszeit, nur um wenige Tage vor Weihnachten eine Pressemeldung via britische Musikzeitschriften zu verbreiten, die einschlug wie eine Bombe: "The new Savoy Brown, featuring Kim Simmonds, Stan Webb and Miller Anderson will hit the Stage in Spring 1974".


Das konnten viele Fans kaum glauben und waren deshalb äusserst gespannt, was daraus werden würde. Doch das ist eine andere Geschichte, die Geschichte der "Boogie Brothers". Jackie Lynton ging zurück in seine Heimat und reformierte seine eigene Jackie Lynton Band, während sich der Schlagzeuger Dave Bidwell aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme schliesslich ganz aus dem Musikgeschäft zurückzog. Paul Raymond wanderte weiter, landete schliesslich bei UFO, Andy Pyle ging zu The Kinks und später in die Band von Gary Moore, und der Schlagzeuger Ron Berg, der zuvor bei Blodwyn Pig und Juicy Lucy getrommelt hatte und für den erkrankten Dave Bidwell zu Savoy Brown gekommen war, spielte danach bei Alvin Lee und in der Band von Mick Clarke.











19.08.2017


JACKSON BROWNE - Lives In The Balance (Asylum Records 9 60457-1, 1986)

Geboren in Deutschland als Sohn eines dort stationierten Zivil-Angestellten der US-Army, lebte Clyde Jackson Browne seit seinem dritten Lebensjahr in Los Angeles. Als Teenager lernte Browne Gitarre spielen und war Mitglied in mehreren Bands, unter anderem in der Country-Formation Nitty Gritty Dirt Band. In den 60er Jahren schrieb er seine ersten Songs. Anfang der 70er Jahre war er einer der bedeutendsten amerikanischen Liedermacher neben Joni Mitchell und James Taylor. Seine bislang grössten Erfolge hatte er in den 70er und den frühen 80er Jahren, als jedes seiner Alben die amerikanischen Top Ten erreichte. In den 90er Jahren erschienen nur zwei neue Studioalben. Browne engagierte sich seit Ende der 70er Jahre für Umweltthemen. So war er einer der Mitbegründer der Vereinigung 'Musicians United for Safe Energy' und trat in sogenannten 'No Nukes'-Konzerten auf, die unter anderem gegen die atomare Energiegewinnung eintraten. Musikalische Auftritte fanden in dieser Zeit häufig in Form von Gastauftritten (zum Beispiel bei Bonnie Raitt) und bei diversen Benefizveranstaltungen statt. Jackson Browne lebt in Culver City in Los Angeles County. Zwischen 2000 und 2002 lebte er im spanischen Barcelona, was in seinem Song "The Night Inside Me" von 2002 kurz angedeutet wurde ("Maybe I should go back to Spain"). Seine über 30-jährige Präsenz im Musikgeschäft, während der er den Folk- und Country-Rock in Amerika beeinflusste, wurde im Frühjahr 2004 mit der Aufnahme in die 'Rock and Roll Hall of Fame' gewürdigt. 2007 erfolgte die Aufnahme in die 'Songwriters Hall of Fame. Browne spielt vorzugsweise auf Westerngitarren von Gibson Guitar Corporation und hier wiederum hauptsächlich J-45-Modelle. Ihm zu Ehren brachte Gibson im Jahre 2011 eine 'Jackson Browne Signature'-Gitarre heraus.

Die Gefolgschaft seiner Anhänger wurde seit seinem Debütalbum "Jackson Browne (Saturate Before Using)", das seinen ersten Top  Ten-Hit "Doctor, My Eyes" und den Folkrock-Song "Rock Me On The Water" enthielt, mit jedem Album grösser und seine metaphysischen Graffiti (New Musical Express) fanden mehr und mehr Anerkennung. David Crosby von Crosby, Stills, Nash and Young bezeichnete in den 80er Jahren Jackson Browne einmal als den "verdammt besten Songwriter im heutigen Amerika, bei dessen Songs man eine Gänsehaut bekommt". Obwohl Browne es nicht unbedingt darauf anlegte, Hits zu produzieren, hatte er mehrere Charterfolge. Seinen nachhaltigsten Single-Hit hatte er mit dem Song "Running On Empty", der später auch auf dem Soundtrack des Kinofilms 'Forrest Gump' zu hören war, als Tom Hanks alias Forrest Gump seinen Monate andauernden Lauf quer durch die USA unternahm. Bereits vier Jahre vor diesem US-Hit schrieb er zusammen mit Glenn Frey den ersten Hit der Eagles "Take It Easy". Die Textformulierungen dieses Songs waren teilweise in die amerikanische Umgangssprache eingegangen. Weitere Hits, die er zusammen mit Glenn Frey und Don Henley für die Eagles schrieb, waren "Doolin' Dalton" und "James Dean". Grosse Beachtung fand auch seine Coverversion des Maurice Williams-Hits "Stay (Just A Little Bit Longer)", der im Original kürzeste US Nummer 1-Hit aller Zeiten, den er am Ende eines Konzertes für sein Publikum spielte und entsprechend textlich abwandelte. Dieser Song erschien auf seiner LP "Running On Empty" und ist heute in Deutschland bekannter als das Original der Zodiacs von 1960, nicht zuletzt wegen der begleitenden Falsett-Stimme von David Lindley und einer seit Jahren bestehenden Produktwerbung der Bitburger Brauerei, die diesen Song verwendet.

Mit "Somebody’s Baby" gelang ihm 1982 sein grösster Single-Charterfolg in den USA (Platz 7). Der Song wurde für den Soundtrack des amerikanischen Kinohits 'Ich glaub’, ich steh' im Wald' verwendet (Originaltitel: 'Fast Times at Ridgemont High'), mit dem jungen Sean Penn in der Hauptrolle. Dieses Lied erschien erst 14 Jahre später auf seinem ersten Best Of-Album. Mitte der 80er Jahre, als die US-Fernsehserie 'Miami Vice' die erfolgreichste Krimiserie in den Vereinigten Staaten war, steuerte er zu der Folge 'Stone’s War' sein Lied "Lives In The Balance" bei, das auch auf einem der Miami Vice-Sampler veröffentlicht wurde. Einen weiteren Erfolg konnte er 1985 als Duettpartner von Clarence Clemons auf dessen Single "You’re A Friend Of Mine" verbuchen. Der Rolling Stone listete Jackson Browne auf Rang 37 der 100 besten Songwriter aller Zeiten. Jackson Browne legte von Beginn an Wert auf das stimmige Gesamtkonzept seiner Alben. Von anerkannten Kritikern bekam er für diese durchweg Bestnoten. Die imponierende Grossartigkeit seiner Alben der 70er Jahre brachten ihm eine führende Position unter den Singer-Songwritern der USA ein.

Dem Debütalbum "Jackson Browne (Saturate Before Using)" folgte mit "For Everyman" das Album mit seiner persönlichen Version des Hits "Take It Easy". Der Titelsong des dritten Albums "Late For The Sky" war im mehrfach prämierten Kinofilm 'Taxi Driver' zu hören und gehört noch heute auf vielen seiner Konzerte zum Pflichtprogramm. Er wird von der Rock and Roll Hall of Fame zu den 500 Songs gezählt, die den Rock and Roll geprägt haben. Im Jahre 1976 folgte Brownes nächstes Album "The Pretender". Er behandelte darin Themen wie die Ausräumung eines Vater/Sohn-Konflikts, die Suche nach der grossen Liebe, und einen Gaukler ("The Pretender"), der über sein Leben sinniert und schliesslich feststellt, dass sein Dasein eigentlich nur aus Aufstehen, Arbeiten gehen, um abends dann wieder erschöpft ins Bett zu fallen, besteht, und der diesen Zustand dringend ändern möchte. "Ich werde mich aufmachen, eine Frau zu finden, die Farbe in meine farblosen Malen-Nach-Zahlen-Träume (paint-by-number dreams) bringt", schilderte er seine Sehnsüchte und die seiner Generation in seiner bildhaften Sprache. Das Album wurde im Rowohlt Rocklexikon als eine Meilenstein-LP ihres Jahrgangs eingestuft.

1977 erschien Brownes aussergewöhnliches Album "Running On Empty". Sämtliche Lieder wurden auf Tour aufgenommen, teilweise in den Zimmern von Hotels, in denen Browne logierte oder unterwegs im Bus ("Nothin' But Time") und auf den Konzerten selbst. Das Album war eine Mischung aus pianolastigen emotionalen Songs wie "Love Needs A Heart" und "Rosie" und Rock’n’Roll-Stücken wie "You Love The Thunder". Mit seiner Version des Gary Davis-Songs "Cocaine" und abgewandeltem Songtext konnte er dem traurigen Thema Rauschgift noch eine ironische Seite abgewinnen und schilderte die Gleichgültigkeit, zu der Drogenkonsum führen kann: "You take Sally, I take Sue, there ain't no difference between the two" hiess es am Anfang des Titels, der schliesslich mit einer Warnung vor Drogenkonsum mit den Zeilen endete: "Man sagt, du bist 27 Jahre alt, aber das ist unmöglich! Wenn man Dich ansieht, meint man, Du wärst schon 45". Mit diesem Album stellte er die Schattenseiten des Tournee-Lebens in den Mittelpunkt. In der Konzert Live-Aufnahme des Tracks "The Load Out" beklagte er sich beim Publikum über den Tournee-Stress und die lange Abwesenheit von zuhause: "Wir würden gerne noch bei Euch bleiben und weiter spielen, aber wir müssen los und die ganze Nacht hindurch zum nächsten Konzert fahren nach Chicago, oder Detroit ? Ich weiss es gar nicht, wir spielen so viele Konzerte während einer Tournee und alle Städte sehen für uns irgendwie gleich aus. Wenn morgen die Sonne aufgeht, werdet ihr in eurer Stadt aufwachen, aber wir werden unserem Tourneeplan folgend tausend Meilen von hier entfernt auftreten". Direkt und übergangslos im Anschluss an "The Load-Out" endete das Album mit "Stay (Just A Little Bit Longer)". Im CD-Inlay würdigte er die Zodiacs in Anspielung an die Originaltextzeile "Your mama don’t mind" mit der Anmerkung: "The Zodiacs don’t mind". Das Album erreichte mit bisher allein in den USA über 7 Millionen verkauften Exemplaren Multi Platin-Status.

Das nachfolgende Album "Hold Out eroberte" – begünstigt durch das Vorgänger-Album "Running On Empty", das es in insgesamt 65 Wochen bis auf Rang 3 der US Album-Charts brachte – gleich nach Erscheinen im September 1980 den 1. Platz der US Album-Charts, obwohl sich darauf kein einziger Top Ten-Hit befand. Browne bewegte sich erstmals deutlich hörbar von seinen gewohnten Folk- und Country-Balladen weg. Der Opener "Disco Apocalypse" war ein Abgesang auf das ausgehende 'Saturday Night Fever' Ende der 70er Jahre. Dazu gesellten sich Stücke der Kategorie klassischer US-Gitarrenrock und emotionsgeladene Stücke wie "Call It A Loan" und "Of Missing Persons", das er der Tochter seines so früh verstorbenen Musik-Kollegen und Freundes Lowell George widmete. Mit seiner darauf folgenden LP "Lawyers In Love" hatte Jackson Browne unter anderem durch die Single "Tender Is The Night" auch in seinem Geburtsland Deutschland einen Achtungserfolg. Es gab aber entgegen der vorherigen Alben auch viel Kritik. Die Stücke seien grösstenteils aalglatter L.A.-Rock, schrieb ein Kritiker der deutschen Ausgabe des Rolling Stone Magazins. Den Titelsong "Lawyers In Love", der eine Vision des zukünftigen Verhältnisses der USA und Russland zum Thema hatte, bezeichnete Browne beim Konzert in Essen 1986 mit einem Augenzwinkern als seinen am wenigsten verstandenen Song. Selbst in den Vereinigten Staaten würde niemand den Sinn des Textes verstehen.

Das Album "Lives In The Balance" mit karibischen, südamerikanischen und spanischen Elementen gewürzten Melodien wurde im Erscheinungsjahr von der Fachwelt zu den besten 100 Alben gezählt. Bei der Anhängerschaft in den USA hatte dieses Album nur durchschnittlichen Erfolg, da Browne in einigen Songs der LP scharfe Kritik an der damals amtierenden Reagan-Regierung übte und erstmals eine klare politische Position einnahm. Im Titel "Soldier Of Plenty" klagte er die Sinnlosigkeit des Krieges an: "Ihr (die Regierung) messt den Frieden mit Waffen und den Fortschritt in Megatonnen, A-E-I-O, ihr sprecht als wüsstet ihr was für jeden gut ist, aber was ist gut an dem was ihr getan habt, was ist gut in einer Welt, in der der Krieg wütet und die Menschen für die kleinen Dinge sterben, für ein bisschen Mais und ein paar Bohnen ? Wer bleibt zurück, wenn Euer Krieg gewonnen ist ? Der Soldat des Unglücks, mit bösem Ruf und der Soldat auf fremdem Boden". Im Titelsong "Lives In The Balance" stellte er weiter fest: "Eine Regierung belügt ihr Volk und ein Land driftet in den Krieg. Man verkauft uns den Krieg, auf die gleiche Weise wie uns Autos und Kleider verkauft werden. Wer sind diejenigen, die uns die Notwendigkeit des Krieges propagieren ? Es sind jedenfalls nicht die, die dann im Krieg kämpfen und sterben müssen. Die Kriege werden an Orten ausgetragen, deren Namen wir nicht einmal kennen". Im Song "For America" fragte er: "Glauben die Eltern, die Ihre Söhne nach Vietnam geschickt haben, wirklich, dass Ihr Leben geschützt ist, wenn der nächste Krieg kommt ?" "Bis ich untergehe oder sechs Fuss unter dem Boden liege", versprach er in seinem Song "Till I Go Down", "werde ich nicht die Augen verschliessen vor den Kriegstreibern, die andere Leute in den Krieg schicken".

Aber auch soziale Brennpunkte waren Thema dieses Albums, welche in den Songs "Black And White" und "Lawless Avenues" gewürdigt wurden. Letzterer Titel erzählte im Stile einer modernen West Side Story das Schicksal einiger Gang-Mitglieder in den Strassen von Los Angeles. Browne gelang es hier in wenigen Sätzen und Abschnitten Bilder zu zeichnen, die die Probleme der Jugendlichen in einer Strassengang skizzierten, die kein Happy End erfuhren. Dieses Stück wurde im Internet als Lehrstück für internetgestützten Englisch-Unterricht verwendet, wo er inhaltlich analysiert wurde. Dem deutschen Publikum präsentierte sich Jackson Browne anlässlich des Erscheinens von "Lives In The Balance" bei einer der Rockpalast-Nächte 1986 in Essen. Das Essener Konzert war einer der wenigen aufgezeichneten Auftritte von Browne in Deutschland und wurde im TV-Sender WDR im Laufe der Jahre einige Male ausgestrahlt. Bei diesem Konzert standen die damals neu erschienenen Songs im Mittelpunkt, jedoch spielte er auch alte Klassiker wie "The Pretender" und "Running On Empty".

Mit dem Album "World In Motion" setzte er 1989 den Trend, politische und gesellschaftliche Missstände kritisch zu kommentieren mit Titeln wie "The Word Justice", "World In Motion" und "When The Stone Begins To Turn" fort. Letzteren Titel widmete er dem damals noch inhaftierten Nelson Mandela und forderte voll missionarischem Ernst die Freiheit für Südafrika und Gerechtigkeit für Mandela: "Ich bin hierher gekommen, um Mandela zu loben, und sende folgende Nachricht an seine Gefängniswärter: Eure Mauern mögen vielleicht diesen Mann gefangenhalten, aber sie werden niemals die von ihm initiierte Bewegung aufhalten können! Inzwischen wächst eine neue Generation heran, die den Tag erleben wird, an dem dieses System zerbröckelt und zusammenbricht". Eine Coverversion des Liedes WI Am A Patriot" aus der Feder von Little Steven und "My Personal Revenge" rundeten das Album ab. In den folgenden 12 Jahren erschienen nur noch drei weitere Studioalben, in denen Jackson Browne sich wieder mehr privaten, gefühlsbetonten Themen widmete und nur noch vereinzelt Kritik an Gesellschaft und Politik übte.

So erschien 1993 sein Album "I’m Alive" nach vierjähriger Schaffenspause. Es war textlich und musikalisch eine Rückbesinnung auf die Alben der 70er Jahre, was durch Stücke wie "Too Many Angels", "Two Of Me, Two Of You" und insbesondere durch das klassische Piano-Stück "Sky Blue And Black" zum Ausdruck kam. Die Platte war geprägt von einer überstandenen Lebenskrise, die Browne bedingt durch die Trennung von seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Daryl Hannah erlitt. Im trotzigen Titelsong "I’m Alive" schloss er mit diesem Thema ab ("but those dreams are dead and I’m alive") und richtete den Blick ("Everywhere I Go") wieder nach vorne. Das 1996 erschienene "Looking East" Album konnte, was die Kritiken betraf, nicht an das Vorgängeralbum anknüpfen. "The Barricades Of Heaven", "Alive In The World" und der Titelsong fanden auf den späteren Best Of-Alben mehr Beachtung. Mit dem Son "Information Wars" beklagte Browne die Informations-Kriege, die die Medien veranstalten, indem die Menschen mit einer Flut von Informationen zugedröhnt und manipuliert werden. "Je mehr Nachrichten man schaut, desto weniger weiss man, was draussen in der Welt wirklich passiert" mahnte er. Das Stück "Culver Moon" war seinem Heimatort Culver City, einem der Vororte von Los Angeles gewidmet, und im von Samba-Rhythmen geprägten "Nino" erzählte Jackson Browne die Geschichte eines kleinen Jungen, dem eine grosse Zukunft in Los Angeles bevorstehen würde. 2000 erhielt er den 'Native American Music Award' als 'Best Producer' und für den 'Song of the Year' für das Stück "Blue Indians", das er gemeinsam mit dem Singer und Songwriter John Trudell veröffentlicht hatte.

Sein erstes Album im neuen Jahrtausend mit dem Titel "The Naked Ride Home" rechnete in einem Song mit dem Bush-Regime ab ("Casino Nation"), gab sich ansonsten aber unpolitisch. Temporeiche Stücke wie "The Night Inside Me" wechselten sich mit ruhigeren Stücken wie "My Stunning Mystery Companion" ab. Kritiker bemängelten, dass die Songs sich zu sehr in die Länge ziehen würden und die Kurzweiligkeit früherer Alben nicht erreicht werde. In den Jahren 2003 und 2004 war Jackson Browne fast durchgehend auf Welttournee, im Frühjahr 2003 und Herbst 2004 auch in Deutschland. Er ging auf Solo Akustik-Tour, bei der er auf Zuruf der Fans spontan Songs aus seinem reichhaltigen Repertoire alleine auf Akustik-Gitarre, Keyboard und Piano vortrug. Aus dieser Tour waren zwei CDs entstanden, der erste Teil erschien im Herbst 2005, der zweite Teil erst im März 2008. In Deutschland war er im August 2006 zusammen mit David Lindley zu Gast, jedoch nur für ein Konzert in Hamburg.

Im August 2008 verklagte Jackson Browne den US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und die Republikanische Partei wegen Urheberrechtsverletzungen. Browne machte geltend, dass sein Titel "Running On Empty" aus dem Jahre 1977 ohne seine Genehmigung als Hintergrundmusik in einem TV-Werbespot der Republikaner verwendet wurde. Wegen erlittener Image-Schädigung verlangte Brownes Anwalt 75000 US-Dollar von den Verantwortlichen. Im September 2008 wurde sein Studioalbum "Time The Conqueror" veröffentlicht. Das Album bot inhaltlich wieder die komplette Bandbreite, die man von Jackson Browne immer schon kannte. Kritik übte er mit dem Song "Going Down To Cuba", der das Verhältnis der USA zu Kuba zum Thema hatte, während "The Drums Of War" einen bitter-ironischen Rückblick auf den Irak-Krieg darstellte und mit dem Titel "Where Were You" hielt er der Bush-Regierung vor, sich nicht um den ordentlichen Wiederaufbau von New Orleans gekümmert zu haben und die Stadt und ihre Bürger mit den Schäden nach der Sturm- und Flutkatastrophe vor einigen Jahren im Stich gelassen zu haben. "Where were you when the promise was made to return and rebuild and restore to its people the city that gave us the first american music, true inspiration and the freedom to use it ?" richtete Browne seine Frage an den damaligen US-Präsidenten. Emotionale Themen wurden in den restlichen Titeln behandelt, hier sei als Beispiel "Just Say Yeah" genannt, wo er sich mit der ewig aktuellen Frage beschäftigte, an welchem Punkt Freundschaft endet und die Liebe zwischen zwei Menschen beginnt.


"Time The Conqueror" erreichte im Oktober 2008 bei Billboard 200, der offiziellen US-amerikanischen Album-Hitparade die Top 20, die beste Platzierung eines Browne-Albums seit "Lawyers In Love" und in der Sparte Independent-Alben belegte es den zweiten Platz. Anlässlich dieses Albums erfolgte eine grosse USA- und Europatournee bis Sommer 2009. In Deutschland trat Jackson Browne im April 2009 in München, Berlin, Köln und Stuttgart auf. Im Sommer 2013 war Jackson Browne mit dem in Key West, Florida beheimateten Singer und Songwriter Jimmy Buffett in den Vereinigten Staaten auf Tournee. 2014 veröffentlichte Browne ein weiteres Studioalbum mit dem Titel "Standing In The Breach", das sich in den USA, England und Deutschland in den Charts platzieren konnte.