Oct 12, 2019


BAD COMPANY - Straight Shooter (Island Records ILPS 9304, 1974)

Bad Company wurden 1973 in Westminster, London von dem Sänger Paul Rodgers und dem Gitarristen Mick Ralphs gegründet. Später kamen der Schlagzeuger Simon Kirke und der Bassist Boz Burrell hinzu. Bad Company waren in den 70er Jahren sehr erfolgreich. Ihre ersten drei Alben "Bad Company" (1974), "Straight Shooter" (1975) und "Run With The Pack" (1976) erreichten die Top 5 der Album-Charts in Grossbritannien und den USA. Viele ihrer Singles wie "Bad Company", "Can't Get Enough", "Good Lovin Gone Bad", "Feel Like Makin'Love", "Ready For Love" und "Shooting Star" alleine von den erstgen beiden Alben, sowie später "Rock'n'Roll Fantasy" sind nachwievor ein fester Bestandteil des klassischen Rockradios. Die Band wurde von Paul Rodgers und Simon Kirke nach der Auflösung von Free und Mick Ralphs von Mott The Hoople gegründet. Hinzu kam noch Boz Burrell, der einige Jahre bei King Crimson gespielt hatte. Sie benannten sich angeblich nach dem in der Originalversion gleichnamigen Western 'In schlechter Gesellschaft' von Robert Benton. Sänger Paul Rodgers erklärte jedoch, der Name sei von einem Bild in einer viktorianischen Moralfibel inspiriert worden, das er als Kind sah; es zeigt ein Kind, welches auf eine schäbige, zwielichtig herumhängende Gestalt schaut, wobei die Bildunterschrift lautet: 'beware of bad company'. Bis zur offiziellen Auflösung der Band 1983 erschienen mehrere erfolgreiche LPs. Danach gründete Paul Rodgers mit Jimmy Page die Band The Firm.

"Straight Shooter" war das zweite Studioalbum der Band. Es wurde am 2. April 1975 veröffentlicht, einen Monat nach der Veröffentlichung der Single "Good Lovin' Gone Bad" und vier Monate vor der zweiten Single des Albums "Feel Like Makin' Love". Das Album erreichte Platz 3 in den britischen Albums-Charts und in den US Billboard 200. Es brachte der Gruppe eine goldene Schallplatte ein für 500000 verkaufte Platten, verliehen von der Recording Industry Association of America, nur knapp einen Monat nach Veröffentlichung.
Mick Ralphs und Simon Kirke gaben an, dass der Track "Shooting Star" lyrisch von den Todesfällen durch Drogen und Alkohol von Jimi Hendrix , Janis Joplin und Jim Morrison, inspiriert wurde. Die ebenso markante wie geschmackvolle Plattenhülle für das Album "Streight Shooter" wurde von Hipgnosis entworfen, die auch für das schlichte Design des Debütalbums verantwortlich zeichneten. Die erste Single des Albums, "Good Lovin' Gone Bad", erschien im März 1975 und erreichte Platz 36 der Billboard Hot 100. Die nächste Single des Albums "Feel like Makin' Love" erschien im August und erreichte Platz 10 der Billboard Hot 100. "Straight Shooter" erntete mehrheitlich gute Kritiken. Der Musikkritiker Robert Christgau beispielsweise war der Meinung, dass "Straight Shooter" zwar besser als sein Vorgänger war, aber nicht als Hardrock bezeichnet werden sollte, da Paul Rodgers keine starke Stimme hatte, die für einen Rocksänger erforderlich sei. Ein weiterer Kritiker, Ed Nahas, urteilte im Magazin Rolling Stone, dass Bad Company mit ihrem zweiten Album beweisen würden, dass sie nicht wie Mott The Hoople, Free oder King Crimson enden würden - Bands, zu denen die Mitglieder von Bad Company früher gehörten. Naha fand auch, dass Simon Kirkes Kompositionen "Anna" und "Weep No More" zeigten, dass auch er als Schlagzeuger sich als Autor weiterentwickeln konnte, während Boz Burrell auch am Bass Fortschritte machte.

Es folgten mit "Run With the Pack" (1976) und "Burnin' Sky" (1977) zwei weitere überaus erfolgreiche Alben. Interessanterweise fiel diesen relativ grossen Erfolgen der ersten vier Alben das fünfte Werk, das 1979 veröffentlichte "Desolation Angels" aus eigentlich unerfindlichen Gründen etwas ab, obwohl auch dieses Werk fabelhafte Songs präsentierte. Erstmals setzten Bad Company dann bei diesem Werk auch Streicher- und Synthesizerklänge ein. Das Dalbum warf zwei Chartsingles ab: "Rock'n'Roll Fantasy", das es bis auf Platz 13 schaffte, sowie "Gone Gone Gone", das allerdings nur noch auf Platz 56 der Singles-Charts kletterte. Gegen Ende der 70er Jahre war die Band jedoch zunehmend enttäuscht, weil keine grossen Erfolge mehr in Aussicht standen, und auch ihr Interesse an Auftritten in grossen Stadien schwindete. Darüber hinaus verlor ihr langjähriger Produzent und eigentlicher Mentor Peter Grant das Interesse an der Gruppe und der Geschäftsführung im Allgemeinen, nachdem der Led Zeppelin Schlagzeuger John Bonham am 25. September 1980 verstorben war. Peter Grant war auch der Wegbereiter und Manager von Led Zeppelin gewesen. Simon Kirke sagte in einem Interview: "Peter war definitiv der Klebstoff, der uns alle zusammengehalten hat, und mit seinem Abgang fielen wir schrittweise auseinander".

Eine dreijährige Pause endete mit der Veröffentlichung von "Rough Diamonds" im Jahre 1982. Dies war die sechste und letzte LP in der ursprünglichen Inkarnation der Gruppe. 1986 entschieden sich Simon Kirke und Mick Ralphs, gemeinsam eine neue Band zu gründen, um wieder gemeinsam Musik zu machen. Sie gewannen Brian Howe als Sänger, der zuvor mit Ted Nugent das Album "Penetration" aufgenommen hatte. Weitere Mitglieder der noch unbenannten Band waren Gregg Dechert (Keyboard) und Steve Price (Bass). Nachdem die neu gegründete Formation das erste gemeinsame Album aufgenommen hatte, bot ihnen Atlantic Records-Chef Ahmet Ertegun 800000 Dollar für den Fall an, dass sie das Album unter dem Namen Bad Company veröffentlichen würden. Die Band stimmte zu und veröffentlichte "Fame And Fortune" im Oktober 1986. Das Album, das von Keith Olsen und Mick Jones produziert wurde, floppte, und erreichte nicht einmal die Top 100 der Billboard-Charts.

Der Keyboarder Gregg Dechert wurde in der Folge entlassen, die Band hatte sich entschieden, zukünftig weitestgehend auf Keyboards zu verzichten. 1988 veröffentlichte die Band das Album "Dangerous Age", das immerhin einen respektablen Platz 58 der US-Charts erreichte und musikalisch um einige Ecken härter ausfiel als der erfolglose Vorgänger. Zu Beginn des Jahres 1990 hatte der Sänger Brian Howe den Plan gefasst, ein Soloalbum zu veröffentlichen, weil er die mittlerweile aufgetretenen Spannungen innerhalb der Band so deutete, dass er möglicherweise gefeuert werden würde. Dies wurde ihm jedoch von Derek Shulman ausgeredet, der ihm riet, die dafür geschriebenen Songs für das nächste Bad Company Album einzubringen. Im Juni 1990 erschien somit das nächste Album "Holy Water", das die Top 30 der Billboard-Charts erreichen konnte und der Band neuerlichen Auftrieg gab. Nach einem weiteren Album, das 1992 den Titel "Here Comes Trouble" erhielt, wurde noch das Livealbum "What You Hear Is What You Get" aufgenommen und 1994 veröffentlicht, anschliessend schied Brian Howe dennoch aus der Band aus. Bad Company verpflichteten in der Folge Robert Hart, mit dem sie die Alben "Company Of Stranges" (1995) und "Stories Told And Untold" (1996) aufnahmen. 1998 kehrte Paul Rodgers für eine Jubiläumstournee zurück. Seit 2002 ist die Band wieder aktiv. Paul Rodgers, Mick Ralphs and Simon Kirke traten im August 2008 im Florida’s Hard Rock in Hollywood auf. Im Februar 2010 wurde der Konzertmitschnitt als Album "Hard Rock Live" veröffentlicht. In dieser Formation gab es 2010 auch weitere Konzerte. Ein Mitschnitt des Konzerts vom 11. April 2010 in London wurde 2011 unter dem Titel "Live At Wembley" veröffentlicht.




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